Nachbericht Rehaaufenthalt Bad Sobernheim 2016/17

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Carina
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Nachbericht Rehaaufenthalt Bad Sobernheim 2016/17

Beitrag von Carina » So 5. Feb 2017, 17:16

Vom 21.12.2016 bis zum 18.01.2017, also 4 Wochen, war ich zur Reha in der Asklepios Katharina Schroth Klinik, Bad Sobernheim, Deutschland. Diese ist eine Rehabilitationsklinik nach Katharina Schroth. Wegen der Schule hatte ich bis jetzt keine Zeit, diesen Nachbericht zu schreiben. Ich werde in diesem Text versuchen, alle Fragen über die Klinik zu klären, die Betroffene, die noch nie dort waren, haben können.

In der Klinik bekommt man als aller erstes das Übungsheft, welches sozusagen dein Ausweis für die nächsten Wochen ist.
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Das Heft ist überall mitzunehmen. Zu allen Therapien oder Arztterminen, überall. Darin befinden sich alle Übungen, die man in der Reha erlernen wird. Man lernt nicht ALLE Übungen, die im Heft zu finden sind, sondern nur die, die für die jeweilige Skoliose/Kyphose hilfreich sind. Darüber hinaus stehen darin deine persönlichen Gradzahlen, das eigene Krümmungsmuster und vieles mehr.
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Um sich in der Klinik zurechtzufinden, befindet sich im Übungsheft auch ein Plan des Gebäudes. Es sind aber auch überall Beschilderungen an den Gängen und Türen angebracht.

Am Anreisetag (Anreise und Abreisetag ist jede Woche am Mittwoch) hat man eine pflegerische, ärztliche und physiotherapeutische Aufnahmeuntersuchung. In der Woche des Abreisetages hat man eine Abschlussdiagnostik und eine medizinische Abschlussuntersuchung.

Man bekommt für jede Woche einen eigenen Plan individuell zusammengestellt. Darin stehen alle persönlichen Termine an den entsprechenden Tagen. Diese kann man sich immer Freitags in seinem eigenen Postfach neben der Rezeption abholen. Jeder Tag ist durchstrukturiert und man weiß immer, wo man als nächstes zu sein hat und irrt nicht orientierungslos im Gebäude herum.
Hier sind mein erster und letzter Wochenplan mit den Untersuchungsterminen zu Beginn und am Ende der Reha:
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Man hat jeden Tag zweimal Gruppentherapie. In der Gruppentherapie ist man mit Patienten mit ähnlichem Muster in einer Gruppe und erlernt verschiedene Übungen. In der ersten Woche ist man in der Anfängergruppe und erlernt die Basics. Danach kommt man in eine der Fortgeschrittenen-Gruppen.

Die erlernten Übungen muss man dann jeden Tag wiederholen. Dazu geht man jeden Tag zu den Funktionsübungen. In dieser Zeit kann man in verschiedene spezielle Hallen (=Turnsäle mit Sprossenwänden und Spiegeln) gehen und die eigenen Übungen machen. Man kann es sich selbst einteilen, wann man welche Übungen machen will.
Neben der Gruppentherapie und der Funktionszeit hat man auch einmal die Woche Ergotherapie und Atemtherapie. In der Ergotherapie lernt man, wie man im Alltag mit der Skoliose am besten umgeht. Etwa wie man sich richtig hinsetzt, wieder aufsteht, Dinge aus einem hohen Regal nimmt, u.s.w.

Um nicht alles, was man in der Schule so verpasst hat auf einmal nachholen zu müssen, bekommen die deutschen Jugendlichen (ich aus Österreich hatte das nie) ab der zweiter Aufenthaltswoche jede zweite Woche an zwei Wochentagen Unterricht für vier Stunden.
Es gibt auch verschiedenste Vorträge wie zum Beispiel zu den Themen Korsett oder Ernährung.

Es gibt in der Klinik auch fixe Termine, die jeden Tag gleich sind:

Frühstück: 07:15 bis 08:00 Uhr
Müslipause: 10:00 bis 10:30 Uhr
Mittagessen: 12:00 bis 13:00 Uhr
Abendessen: 17:45 bis 18:45 Uhr

Nachtruhe: 21:30 bis 07:00 Uhr
Mittagsruhe: 13:00 bis 14:00 Uhr

Das bedeutet, man hat nach dem Frühstück von 08:30 Uhr bis 10:00 Uhr und von 11:00 Uhr bis zum Mittagessen Therapie. Am Nachmittag ist man von 14:00 bis zum Abendessen beschäftigt, jeweils mit kurzen Pausen dazwischen.

Während der Ruhezeiten gibt es die Möglichkeit, in den Freizeitraum zu gehen, dort kann man mit anderen Patienten zum Beispiel diverse Gesellschaftsspiele oder Tischtennis spielen oder es sich auch einfach nur auf dem Sofa gemütlich machen.
Es gibt auch einen Hobbyraum, in dem man Verschiedenstes basteln und kreativ werden kann. Von 19:00 Uhr bis 20:00 Uhr ist das Schwimmbad für die Jugendlichen sowie von 20:00 bis 21:00 Uhr für die Erwachsenen geöffnet. Es gibt immer Freizeitangebote, wie einen Heilerde-Abend, eine gemeinsame Fahrt nach Bad Kreuznach und vieles mehr. Es ist auch möglich, in seiner Freizeit hinaus und zum Beispiel zu Rewe (=Supermarkt) oder Rossmann (=Drogerie) zu gehen, die sich in der Nähe der Klinik befinden (einige Minuten zu Fuß).
In Bad Sobernheim gibt es auch drei Pizzerien. Alle drei sind leider nicht die Besten, aber ich empfehle die Pizzeria Dolce Vita.

Während des Rehaaufenthalts lernt man alles, was es über (vor allem die eigene) Skoliose zu wissen gibt. Am Freitag vor dem Abreisetag müssen alle minderjährigen Patienten den sogenannten „Score“ schreiben. Eine Überprüfung, bei der man Fragen über seine eigene Skoliose beantworten muss. Keine Angst! Der Score ist nur eine Bestätigung für Klinik und Krankenkasse, dass du von der Klinik etwas mitnehmen konntest und hier etwas gelernt hast. Es ist quasi unmöglich, durchzufallen. Die Fragen sind sehr einfach und lernen muss man dafür kaum. Man bekommt das alles so oft zu hören, dass man den Score sogar im Schlaf schreiben könnte.

Ich habe mich sehr bemüht, euch hier einen kleinen Einblick in die Asklepios Katharina Schroth Klinik zu geben. Sollten noch Fragen auftauchen, bitte ich euch, sie unter diesen Beitrag zu stellen und mir keine privaten Nachrichten zu schicken. So könnt ihr auch anderen Leuten mit gleichen oder ähnlichen Fragen helfen.

Liebe Grüße,
Carina
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Re: Nachbericht Rehaaufenthalt Bad Sobernheim 2016/17

Beitrag von snow2010 » Di 14. Feb 2017, 17:17

Hallo Carina!

Danke für deinen Sobi-Bericht!

Du schreibst, dass die Deutschen in Sobi ab der zweiten Woche unterrichtet wurden.
Nun meine Frage: Hast du in dieser Zeit auch LERNEN DÜRFEN? Oder hattest du da Therapie?

Und wieviel Stunden sind das insgesamt? An 2 Wochentage je 4 Stunden? D.h. 8 Std. je Woche.
Hab ich das richtig verstanden?

LG snow2010
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Re: Nachbericht Rehaaufenthalt Bad Sobernheim 2016/17

Beitrag von Carina » Di 14. Feb 2017, 19:34

Hallo snow2010!

Nein, leider hatte ich in dieser Zeit keine Möglichkeit zum Lernen. Der Unterricht für die deutschen Kinder fand immer statt, während alle anderen normal Therapie hatten.

Ja sie hatten dann insgesamt (glaube ich zumindest) 8 Stunden Unterricht ab der dritten Woche Rehaaufenthalt.

Lg,
Carina
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Re: Nachbericht Rehaaufenthalt Bad Sobernheim 2016/17

Beitrag von Laura_99 » Mo 13. Mär 2017, 22:18

Hallo :D
Mich würde es mal interessieren, welche Gruppenleiter du hattest.Fahre dieses Jahr auch endlich wieder
LG
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Re: Nachbericht Rehaaufenthalt Bad Sobernheim 2016/17

Beitrag von Carina » Fr 17. Mär 2017, 16:18

Laura_99 hat geschrieben:Hallo :D
Mich würde es mal interessieren, welche Gruppenleiter du hattest.Fahre dieses Jahr auch endlich wieder
LG
Hallo Laura_99,
wir hatten jede Woche andere Gruppenleiter. Ich freue mich auch schon wieder auf Sobi!

LG, Martina
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Re: Nachbericht Rehaaufenthalt Bad Sobernheim 2016/17

Beitrag von Maria » Mi 23. Mai 2018, 15:07

Hallo Carina!

Meiner Tochter wurde jetzt auch die Reha in Bad Sobernheim genehmigt. Da wir leider für die Sommerferien schon zu spät dran sind, haben wir jetzt die Weihnachtsferien als Wunschtermin angegeben.
Meine Frage wäre, wie wird denn in Bad Sobernheim Weihnachten bzw. Silvester verbracht/gefeiert??
Du warst ja damals auch über Weihnachten/Silvester da.?
Lg Maria
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Re: Nachbericht Rehaaufenthalt Bad Sobernheim 2016/17

Beitrag von Carina » Mi 30. Mai 2018, 18:02

Maria hat geschrieben:
Mi 23. Mai 2018, 15:07
Hallo Carina!

Meiner Tochter wurde jetzt auch die Reha in Bad Sobernheim genehmigt. Da wir leider für die Sommerferien schon zu spät dran sind, haben wir jetzt die Weihnachtsferien als Wunschtermin angegeben.
Meine Frage wäre, wie wird denn in Bad Sobernheim Weihnachten bzw. Silvester verbracht/gefeiert??
Du warst ja damals auch über Weihnachten/Silvester da.?
Lg Maria
Hallo Maria!

Ich war ja bereits 2 Mal zu Weihnachten/Silvester in Sobi und es wurde jedes Mal ganz nett organisiert und es gab einige Aktivitäten, wie z.B. auf den Weihnachtsmarkt gehen, eine kleine Weihnachtsfeier mit Gedichten, Geschenken usw. Auch an Silvester gab es eine Feier mit Ballons, Glückskeksen und Spritzkerzen. Als ich fand, es war immer ganz lustig und unterhaltsam :D Jedoch sind viele über die Weihnachtsfeiertage zu Hause. Dadurch ist es etwas ruhiger, aber das muss ja kein Nachteil sein.
Lg an dich und deine Tochter. Ich wünsche ihr viel Spaß für die Reha ;)
Carina
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